Öffent­li­cher Brief der Schul­lei­te­rin, März 2020

Lie­be Schul­ge­mein­de,
Lie­be Schü­le­rin­nen und Schü­ler,
lie­be Eltern und Erzie­hungs­be­rech­tig­te,
lie­be Kol­le­gin­nen und Kollegen,

ich hof­fe sehr, dass es Euch und Ihnen gut geht. Die ers­te Woche ohne Unter­richt liegt hin­ter uns und wir ler­nen all­mäh­lich, uns auf die Situa­ti­on, die geprägt ist durch Unsi­cher­heit, Angst und Hilf­lo­sig­keit, einzustellen.

Ganz herz­lich dan­ken möch­te ich an die­ser Stel­le mei­nen Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen, die sehr fle­xi­bel, pro­fes­sio­nell, ver­ant­wor­tungs­be­wusst und enga­giert mit Weit­sicht und gutem Augen­maß agiert und Lern­an­ge­bo­te ent­wi­ckelt haben und ent­wi­ckeln, die sinn­voll und effi­zi­ent sind. Vor­bild­lich hier­bei ist das gemein­sa­me Mit­ein­an­der, das unter­stüt­zen­de Wir­ken und das all­ge­mei­ne Wir! … DANKE!

Lie­be Schü­le­rin­nen und Schü­ler, es freut mich, dass Ihr mit den Lernmaterialien
zurecht­kommt, sie nutzt und dabei auch fest­stellt, dass Ihr nicht für uns Lehr­kräf­te, son­dern für Eure eige­ne Zukunft arbei­tet und aktiv wer­det und die Frei­heit genießt, Euch Euren eige­nen Schul­tag indi­vi­du­ell aus­zu­ge­stal­ten. Lei­der muss ich aber auch fest­stel­len, dass eini­ge weni­ge Schü­le­rin­nen und Schü­ler sich mit den Lern­auf­ga­ben schein­bar über­for­dert füh­len, kei­ne Lust dazu haben und sich von den Eltern nur schwer zum häus­li­chen Ler­nen bewe­gen las­sen. In die­sem Zusam­men­hang ist es viel­leicht sinn­voll einen rhyth­mi­sier­ten Tages­ab­lauf auf­zu­bau­en, der zeit­li­che Arbeits- und Frei­zeit­pha­sen für alle widerspiegelt.

Zum Glück leben wir in einer Zeit, in der wir noch Mails und Brie­fe schrei­ben, Nach­rich­ten ver­schi­cken und mit­ein­an­der Kon­takt auf­neh­men kön­nen. Soll­tet Ihr / Sie das Gefühl haben, dass Ihr / Sie Unter­stüt­zung braucht /brauchen, könnt Ihr Euch / kön­nen Sie sich gern bei uns auf den bekann­ten Wegen melden.

Ich hof­fe sehr, dass nach den Oster­fe­ri­en die Schu­le wie­der öff­net, und wir zu unse­rem nor­ma­len All­tag und Mit­ein­an­der zurück­keh­ren kön­nen. Aber in die­sen Zei­ten fragt man sich, was über­haupt noch nor­mal ist. Qua­ran­tä­nen, Ver­samm­lungs­ver­bot, geschlos­se­ne Gren­zen, Hilf­lo­sig­keit und Angst. Die Welt ist im Aus­nah­me­zu­stand. Die Gefahr kann und soll nicht her­un­ter­ge­spielt wer­den und wir sind alle gehal­ten, ver­ant­wor­tungs­be­wusst im Sin­ne des Ein­zel­nen und der Gemein­schaft zu han­deln. Ich hof­fe und glau­be, dass wir aus dem aktu­el­len Gesche­hen ler­nen und uns auf alte Wer­te neu besin­nen kön­nen und damit das Wesent­li­che in die­ser schnell­le­bi­gen Welt nicht aus den Augen ver­lie­ren, die gemein­sa­me Zeit mit­ein­an­der mehr nut­zen und wert­schät­zen, wie­der mehr Raum für Empa­thie, Hilfs­be­reit­schaft und Soli­da­ri­tät in unse­rem täg­li­chen Leben zulas­sen und Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Für Euch Schü­le­rin­nen und Schü­ler heißt das aber auch, dass Ihr lernt, wie wich­tig Bil­dung und Beruf und in die­sem Sin­ne Ver­ant­wor­tung über­neh­men ist.

Trotz der Umstän­de wün­sche ich Euch / Ihnen eine gute Zeit und bit­te bleibt / blei­ben Sie gesund.

Bir­git Lin­den
Schul­lei­te­rin der Gesamt­schu­le Bochum-Mitte

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